Menschen mit Handicap heben ab 

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Benediktushof-Bewohner besuchen den Flugplatz Hoxfeld 

Donnerstag, 10. Mai 2018 – 11:00 Uhr 

Text und Fotos von Jacqueline Beschulte Borkener Zeitung

Aus dem Flugzeug-Fenster sehen der größte Acker und das höchste Gebäude einfach nur winzig aus. Das haben nun die Bewohner des Benediktushofs in Maria Veen erlebt. Sie waren zu Besuch auf dem Flugplatz in Hoxfeld und durften abheben. 

Walter Förster, Bewohner des Benediktushofes in Maria Veen, genießt den Ausblick beim Flug mit der Cessna. 

HOXFELD. Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein – so heißt es in einem Lied von Reinhard Mey. Wie grenzenlos sie ist, das haben nun die Bewohner des Benediktushofes in Maria Veen auf dem Flugplatz in Hoxfeld erlebt. 

20 Erwachsene und zehn Kinder mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen waren beim Luftsportverein Borken zu Gast. Und jeder, der wollte, durfte bei einem der drei Piloten mitfliegen. Schon seit 34 Jahren kommen Betreuer und Bewohner des Benediktushofes einmal jährlich zum Rundflug-Nachmittag. „Das ist zur Tradition geworden und jedes Mal 

wieder ein Highlight“, sagt Bernhard Harborg, Leiter des Kultur- und Freizeitbereichs im Benediktushof. Walter Förster ist schon häufiger mit dabei gewesen und mitgeflogen. Gemeinsam mit Birgit Looks nimmt er hinten in der Cessna Platz. Für 15 Minuten heben sie mit Pilot Hans Abeln ab und machen einen Rundflug über Rhede, Raesfeld und wieder zurück nach Borken. Dabei beträgt die Flughöhe zwischen 1000 und 1500 Fuß. „Wir fliegen knapp 220 Stundenkilometer, aber das merkt man hier oben nicht so“, erklärt der Pilot. Als sie wieder festen Boden unter den Füßen haben sind beide ganz begeistert: „Das war viel zu kurz. Ich wäre gerne noch länger oben geblieben“, sagt Birgit Looks. 

Drei Maschinen stehen bereit 

Es geht Schlag auf Schlag: Die einen steigen aus, die anderen wieder ein. Sabine Beuing vom Luftsportverein Borken hat den Überblick und weist die Fluggäste den entsprechenden Maschinen zu, denn es kann nicht jeder überall mitfliegen. In den zwei Motorseglern Charly November und Charly Gold kann neben dem Piloten nur eine Person Platz nehmen. Während die einen im Flieger viel Spaß hatten, haben die anderen das schöne Wetter genoßen. 

Zudem ist auch der Einstieg mit etwas Klettern verbunden, weshalb nur „fittere Personen“, wie Beuing es nennt, dort mitfliegen können. In der Cessna können inklusive Pilot vier Menschen sitzen: Zwei Menschen mit Behinderung plus ein Betreuer. 

Menschen mit Anfall-Erkrankung werden ausschließlich hinten platziert, erklärt Harborg. So könne sichergestellt werden, dass nicht einer dem Piloten ins Steuer greift. „Wir haben auch vorwiegend Männer zur Betreuung mitgenommen, weil viele ins Flugzeug getragen werden müssen“, fügt er hinzu. 

Vorab-Stärkung 

Gefreut hätten sich vor allem die Rolli- und Rollatorenfahrer, dass erstmals in diesem Jahr eine Rampe zur Kantine angebracht wurde, und sie somit selbstständig ins Gebäude fahren konnten, erklärt Sabine Beuing. Zehn Frauen vom Luftsportverein hatten vor den Rundflügen den Besuchern Kaffee und Kuchen serviert. 

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