Luckys letzte Lehrstunde

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Luckys letzte Lehrstunde

 

57 Jahre lang hat Franz-Josef „Lucky“ Hesener jungen Leuten das Fliegen beigebracht. Künftig fliegt der fast 80-Jährige nur noch selbst.

„Bockig“ sei das Wetter zum Anfliegen am Samstag, fand Thomas Grunden, Vorstandsmitglied des Luftsportvereins Borken. Also nichts für Anfänger, denn da muss man schon beim Start viel Gefühl mitbringen. Und das ist beim Segelfliegen eine Frage der Erfahrung. Dafür aber sind die Flieger zu ihrem traditionellen Anfliegen mit dem einzig herrlichen Frühsommertag des Osterwochenendes belohnt worden. Rund 50 Starts und Landungen gibt es auf der Graspiste an diesem sonnigen Tag. Eine Reihe davon macht ein älterer Herr mit, der völlig unaufgeregt auf dem hinteren Sitz Platz nimmt. Es ist Franz-Josef „Lucky“ Hesener, der Fluglehrer. Heute dreht er nicht nur mit Schülern seine Runden, sondern auch mit dem Ehrenvorsitzenden Klaus Stewering. „Mal schauen, ob der Klaus das noch alles kann“, feixt Hesener. „Das Fliegen ist eine Sucht“ Für „Lucky“ sind es die letzten Starts als Fluglehrer. Am 1. April wird er 80 Jahre und nach 57 Jahren als Fluglehrer, beendet er heute diesen Job. „Ich möchte nicht, dass mir der Fliegerarzt irgendwann sagt, jetzt ist Schluss“, begründet er seinen Abschied. Fliegen wird er allerdings weiterhin, nur eben nicht mehr ausbilden. „Das Fliegen ist eine Sucht, das ist mein Leben. Angefangen hat es mit 15 Jahren, als ich die britischen Piloten kennenlernte. Coole Typen, so wollte ich auch sein“, erinnert sich Lucky, wie ihn hier alle rufen.

In seiner Fliegerzeit ist alles gut gegangen bis auf einen kleinen Vorfall, als ein Flugschüler den Klappenhebel mit dem Ausklinkhebel verwechselt hat. „Statt auszuklinken stellen sich die Klappen hoch und der F-Schlepp denkt, er kann abtauchen. Dann hat glücklicherweise der liebe Gott die Perlonschnur durchschnitten“, so Lucky Hesener. Party für den Fluglehrer Nach seiner letzten Landung am Samstag warten die Vereinsmitglieder und überreichen ihm als Dank für seine Fluglehrerdienste ein Geschenk, dann geht es zu einer Ehrenfeier. Vielleicht spielt ja jemand „Über den Wolken“, das Lied beschreibt die Stimmung am besten, meint Hesener. Die nächste Generation der Flieger steht derweil in den Startlöchern. Carla Voß (15) und Chiara Carroga (16) sind zwei der jungen Pilotinnen, die sich in den blauen Himmel schleppen lassen. Beide stammen aus „Fliegerfamilien.“ Daher haben sie auch ihren Schein gemacht und sind begeistert von dem Sport. „Allerdings ist das nach der Winterpause schon wieder alles Neuland und man muss sich erst wieder an alles gewöhnen“, berichten die Pilotinnen. Die Aufregung gehört mit dazu, hält auch wachsam. Die Routine kommt früh genug. Ansonsten wird Flugveteran Lucky noch einen Tipp haben.

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LUCKY – „Thank you for teaching me flying“   MM

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