Lünsbergadler drehen ihre Runden

Lünsbergadler_2019

 

Fliegen so viel wie sie möchten: Das können die Senioren des Luftsportvereins auf dem Flugplatz Hoxfeld. Seit 20 Jahren treffen sie sich eine ganze Woche lang, um ihrer Leidenschaft nach zu gehen.

VON CHRISTA NIERMANN HOXFELD

 

Auf die dritte Woche in den Sommerferien freuen sich die Senioren des Luftsportvereins Borken das ganze Jahr über besonders. Da treffen sich die Lünsbergadler auf dem Flugplatz Hoxfeld und fliegen so viel wie sie möchten. Jeden Tag, von morgens bis abends. Und das schon mehr als 20 Jahre. „Ursprünglich wahren es die Flieger, die das Fliegen gelernt haben, als der Verein noch sein Domizil an der ehemaligen Kaserne am Lünsberg hatte“, erzählt Lucky Hesener, der die Idee zu diesem Treffen hatte.

Naturkräfte sind wichtiger Faktor

Inzwischen gehören auch andere Vereinsmitglieder zu der Fliegergemeinschaft, in der Kameradschaft groß geschrieben wird. „Auch Ehemalige sind willkommen, die nicht mehr fliegen“, ergänzt Theo Bösing. So ist Klaus Ebbing nach mehr als 30 Jahren wieder zurück bei den Fliegern ebenso wie Helmut Klöcker. Auch Hermann Niehoff, der aus Münster gekommen ist und von 1957 bis 1959 in Borken das Fliegen lernte. Beruflich hat es ihn dann in viele andere Städte gezogen. „Doch in den 60 Jahren habe ich den Kontakt zu meinen Freunden gepflegt und komme gerne zu den Treffen der Lünsbergadler.“ So beispielsweise mit Heinrich Ansorge. Die beiden erinnern sich an ihre ersten Flüge mit dem Segelflugzeug „Gronau Baby“, das schon 1930 konstruiert wurde. „Das war noch aus Holz und Sperrholz gebaut“, sagt Ansorge und lacht. Als Fahrwerk diente eine gummigefederte Kufe und ein Federstahlsporn am Heck, ergänzt er. Mit heute sei das nicht mehr vergleichbar. „Segelflugzeuge sind heute Leistungssportgeräte auf höchstem Niveau. Die Flugzeuge sind aus edelsten leichten Materialien hergestellt und erfüllen hohe Ansprüche in Leistung und Sicherheit“, beschreibt Bernd Wülfing, der heute die Flugleitung innehat und fast 60 Jahre als Fluglehrer ehrenamtlich tätig war. Doch nach wie vor seien die Naturkräfte der wichtigste Faktor für das Fliegen, auch für Motorflieger. Im täglichen morgendlichen „Briefing“ werden die Flugzeuge und Aufgaben für die Lünsbergadler verteilt – „und die Wetterbedingungen besprochen“, wirft Theo Bösing ein.

Gestärkt in den Tag

Neun Flugzeuge, Segelflugzeuge, Motorsegler und Motorflieger als Ein- und Zweisitzer stehen den gut 25 aktiven Lünsbergadlern zur Verfügung. Die Aufgaben sind vielfältig, die es zu verteilen gilt. „Fliegen ist Gemeinschaftssport“, so Kalle Freing. Vom ersten Fliegercamp an bis zum heutigen ist eine Aufgabe fest vergeben. Jeder Flugtag startet mit einem ausgiebigen Frühstück, das von Jüppi und Clemens Funke organisiert wird. Gegen Abend trudeln dann alle Flieger wieder auf dem Flugplatz Hoßfeld ein. Bevor die Flugzeuge in den Hangar rollen, werden sie gründlich gewaschen und penibel gereinigt. Die Piloten lassen den Tag mit einer gehörigen Portion Fliegerlatein ausklingen. In der kommenden Woche übernimmt die Jugend und gestaltet ihr Jugendcamp.